Die Mensur ist mehr als eine Mutprobe. Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Selbstdisziplin, Selbstüberwindung und der Steigerung des Lebensgefühls. Sie ist ein Erziehungs- und Ertüchtigungsmittel, welches Geist und Körper stählt. Wichtig ist nicht, dass es zu Verletzungen kommt, sondern dass es dazu nicht kommen kann. Insofern kämpft der Mensurant nicht gegen einen Gegner, sondern gegen sich selbst. Das Fechten soll als eine Probe der Beherrschung angesehen werden und eine gewisse Furcht zurückdämmen. Nirgendwo sonst steht der Waffenstudent so im Blickfeld und auch in der Obhut seiner Bundesbrüder, nirgendwo sonst ist er bei aller Konzentration und Einsatzfreude gezwungen, so beherrscht zu reagieren.
Das Gemeinschaftsgefühl, welches durch die Mensur entsteht, schweißt seinen Bund für die harten Aufgaben, die die Öffentlichkeit an das Verbindungsleben stellt, zusammen.
Mag das studentische Fechten von einigen Studenten als unbequem empfunden werden, so erzieht es doch zur Persönlichkeit, weil es ein hohes Maß an Disziplin, Ritterlichkeit, Mut und Entschlossenheit erfordert.
Da die Mensur hilft, diesen Idealen näher zu kommen, kann sie nicht nutzlos für einen jungen Menschen sein, dient sie doch auch als ein Instrument zur bundesbrüderlichen Verbundenheit bzw. gegenseitigen Bindungen.
Kaiser Wilhelm II hat einmal anläßlich eines Kommerses gesagt: "Unsere Mensuren werden vom Publikum vielfach nicht verstanden. Das soll uns aber nicht irre machen. Durch die Mensur wird der Mut und die Kraft des Mannes gestählt und der Grad von Festigkeit erworben, der später im großen Leben nötig ist."