Die Gründung und die Geschichte der Burschenschaft Elektra Teplitz zu München e.V. ist eng verbunden mit der Gründung des Elektrotechnikums Teplitz - Schönau, Sudetenland im Jahre 1895.
Die Gründung der Burschenschaft Elektra erfolgt am 4. Dezember 1896 zu Komotau im Sudetenland; Komotau gehört zu dieser Zeit zur Donaumonarchie. Mit der Verlegung der Lehranstalt nach Teplitz - Schönau in 1898 wird auch der Sitz der Burschenschaft Elektra dorthin verlegt.
Von über hundert Korporationen der Donaumonarchie ist die Elektra eine der wenigen, die das Öffentlichkeitsrecht hat und ihre Farben offen tragen darf.
Sie ist eine schlagende Corporation. Die Waffen sind: Säbel - Schläger - Pistolen. Die Bestimmungsmensur ist satzungsgemäß Pflicht. Insbesondere wird das Schlägerfechten betrieben, auch dann noch als es seitens der tschechischen Regierung strengstens verboten war.
Nach dem 1. Weltkrieg zwingt der Versailler Vertrag das Sudentenland in das künstliche Staatsgebilde Tschechoslowakei. Zu dieser Zeit wurden verschiedene Cartelle (Zusammenschluss verschiedener befreundeter Bünde) gegründet. Ein erstes Cartell vom April 1917 zwischen den Korporationen Elektra - Quadia - Markomannia erlischt kurz nach Ende des ersten Weltkrieges. Ein späteres Cartell zwischen Elektra, zwei Prager Korporationen und der Landsmannschaft Frankonia zu Bodenbach bleibt bestehen bis zur Auflösung der Elektra anläßlich des finanziellen Zusammenbruchs der Lehranstalt im Jahre 1934.
Wie auch andere deutsche Lehranstalten innerhalb des tschechischen Raumes, muss auch das Elektrotechnikum Teplitz - Schönau im Jahre 1934 seine Pforten schließen. Die geringen staatlichen Zuschüsse reichen nicht aus, um den Lehrbertrieb aufrecht zu erhalten.
Die Reaktivierung der Aktivitas am 19. Oktober 1959 gelingt am Oskar-von-Miller-Polytechnikum zu München unter der Bezeichnung "Burschenschaft Elektra zu München - Teplitz".
Als Konstante werden die Pschorr Bräu Bierhallen genutzt. Hier stehen idealerweise auch Nebenräume zur Verfügung, deren Größe zur Ausrichtung von Mensurtagen geeignet war.
Im Mai 1961 wechselt die Konstante in die nähere Nachbarschaft des Polytechnikums. Fortan bietet die "Gaststätte Elvirahof" in der Elvirastraße mit seinem großen Nebenzimmer und den freundlichen Wirtsleuten eine ideale Voraussetzung für eine lebendige Konstante.
Gut 10 Jahre später kommt es 1972 zur Sistierung (Schließung des Aktiven Betriebs).
In der Folge wechselt die Konstante in die Maria-Theresia-Str., wo sich bei der Münchener Burschenschaft Babenbergia eingemietet wurde, woraus eine gute interkorporative Freundschaft entstand.
Im März 1990 gelingt erneut die Reaktivierung der Burschenschaft Elektra. Es können 6 neue Mitglieder (Fuxen) von der Universität der Bundeswehr rezipiert werden.
Zum 100. Stiftungsfest (1996) beschließt der Convent der Elektra den Austritt aus dem bisherigen Dachverband BDIC (Bund Deutscher Ingenieur Corporationen). 1997 wird die Burschenschaft Elektra als hospitierende Burschenschaft in die DHB (Deutsche Hochschul-Burschenschaft) aufgenommen. Gut ein Jahr später, erhält die Burschenschaft Elektra die Vollmitgliedschaft und wird gleichzeitig zur Vorsitzenden Burschenschaft für das Jahr 1998/99 gewählt.
Im Jahre 1998 beschließt der Convent der Burschenschaft Elektra pflichtschlagend zu werden, d. h. jeder Aktiver muss mindestens eine Partie nach dem Schläger-Paukcomment des Waffenrings der München Burschenschaften ablegen.
Im gleichen Jahr beschließt die Burschenschaft Elektra den Aufnahmeantrag in die DB (Dachverband der Deutschen Burschenschaften). Schon am folgenden Burschentag in Eisenach (1999) wird die Burschenschaft Elektra Teplitz zu München als Probemitglied aufgenommen und im Jahr 2000 als Vollmitglied in die DB übernommen.
Im Jahr 2002 muss dann erneut mangels geeigneten Nachwuchses die Sistierung der Aktivitas beschlossen werden.
In den folgenden Jahren wurden verschiedene Anstrengungen unternommen, mit einem gleichgesinnten Bund zu fusionieren. Letztendlich wurde jedoch beschlossen, zunächst als eigenständiger Bund weiter zu existieren.
Feste Veranstaltungen sind seither das Stiftungsfest am Wochenende vor Christi Himmelfahrt und das Julwochenende am 2. Adventswochenende. Darüber hinaus gibt es Regionaltreffen, die vor allem in München sich an Veranstaltungen der Hausburschenschaft Sudetia oder an Mensurtage des Münchner Waffenringes anlehnen.
Im Jahr 2006 wird der "Altherrenverband der Burschenschaft Elektra Teplitz zu München" als eingetragener Verein am Amtsgericht München eingetragen.